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Vor 200 Jahren ist János Arany geboren

„Jede Faser führt zu ihm hin, jede Faser von ihm her. Er ist der strahlende Mittelpunkt des geistigen Lebens Ungarns.“  (Antal Szerb)
Am 2. März 1817, erblickte Arany in Nagyszalonta (das heutige Salonta in Rumänien) das Licht der Welt. Er ist der Dichter der poetischen Erzählung Toldi, aus welchem ein jeder Ungar, der die Schule besucht hat, mindestens zwei Verse aufsagen kann.

 

Artikel Arany200
„Wie wenn in der Herbstnacht Hirtenfeuer glühen, auf der weiten Heide rings die Flammen sprühen.“ So beginnt sein großangelegtes episches Werk Toldi, welches ihm, zusammen mit anderen Werken, den Ruf des Literaturerneuerers und an Wörtern reichsten ungarischen Dichter beschert hat. Er fungierte  zudem als Direktor der Kisfaludy-Gesellschaft, einem ungarischen Kulturverein, sowie als Chefsekretär der Ungarischen Akademie der Wissenschaften, was ihn zu einer entscheidenden Gestalt des öffentlichen Lebens im 19. Jahrhundert machte.
János Arany war der einzige Sohn einer verarmten Adelsfamilie. Sein Gespür für die Literatur entwickelte er bereits in jungen Jahren. Er ging in Nagyszalonta zur Schule, doch wechselte er später auf das Debrecener Reformierten Gymnasium. Noch vor Abschluss der Sekundarstufe, machte er sich als Wanderschauspieler davon. Wenig später kam es zur Familientragödie: Der unerwartete Tod seiner Mutter bewegte ihn zur Rückkehr nach Nagyszalonta, wo er als Beamter tätig wurde. Seine ersten Erfolge in der Schriftstellerei verbuchte er mit der Novelle Die verlorene Verfassung, mit welcher er den von der Kisfaludy-Gesellschaft ausgeschriebenen Wettbewerb zur Verbesserung des literarischen Allgemeingeschmacks gewann. Im darauffolgenden Jahr hat sich sein Erfolg mit Toldi wiederholt. Mit diesem Werk konnte er auch die Freundschaft zu Sándor Petőfi gewinnen, dem jungen Dichtungsgenie seiner Zeit. Beide haben an der Ungarischen Revolution und dem Freiheitskampf von 1848-1849 mitgewirkt. Nach der Schlacht bei Weißkirch und Schäßburg war Sándor Petőfi nicht mehr gesehen und Arany musste sich nach Niederschlagung des Kampfes vorerst versteckt halten.
Im Anschluss an die Lehrjahre in Geszt und Nagykőrös änderte sich sein Leben schlagartig, als er zum Direktor der Kisfaludy-Gesellschaft gewählt wurde. Er zog nach Budapest und wandelte sich schnell zu einer tonangebenden Figur des öffentlichen Lebens. 1865 und erneut in 1870 wurde er zum Chefsekretär der Ungarischen Akademie der Wissenschaften ernannt. Auf seine politischen Ansichten weist verschleiernd seine Ballade mit dem Titel Die Barden von Wales hin: In den von König Eduard I. in Knechtschaft getriebenen aufständischen Barden von Wales, können wir Arany wiedererkennen. So traute er sich die Verse lediglich als eine altenglische Ballade herauszubringen.
In seinen letzten Jahren arbeitete er unter einer Eiche der Margareteninsel und wandelte den Ort zu einem legendären Schauplatz. Hier entstand auch die Krone seiner Dichtkunst Das Herbstblau. Sie gilt als eine der Höhepunkte der ungarischen Literatur.
Bei der Einweihung der Budapester Petőfi-Statue, 1882, bekam János Arany eine Erkältung, die sich zu einer Lungenentzündung entwickelte. Am 22. Oktober ist er dann mit 65 Jahren der Krankheit erlegen.
Neben seinen Erzählungen, haben ihn auch seine Balladen auf die Spitze der ungarischen Dichtung getrieben, doch selbst wenn er sich nur den Übersetzungen hingegeben hätte, wären  bleibende Werke hinterlassen worden. Nicht nur Aristophanes' gesamte Komödien hat er ins Ungarische übersetzt, sowie Shakespeares drei Werke Hamlet, König Johann und Ein Sommernachtstraum, auch die Novelle „Der Mantel“ von Gogol übersetzte er aus dem Deutschen.
Glaubt man den Nachforschungen, so gilt sein Wortschatz als der größte innerhalb des ungarischen Literatentums. Nahezu 60 000 verschiedene Vokabeln soll er benutzt haben.
Die Statue von János Arany steht heute vor dem Ungarischen Nationalmuseum in Budapest.
Der 200. Jahrestag seiner Geburt wird landesweit gefeiert und auch im Collegium Hungaricum Berlin im Laufe des Jahres 2017 erinnert.

 

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