am 20. Mai 2015 um 19.00 Uhr im .CHB, Eintritt frei
Moderation: Jörg Plath, Literaturkritiker, Deutschlandradio Kultur
Es liest: Frank Arnold, Deutscher Hörbuch-Preisträger 2014 als „Bester Interpret“

Das .CHB freut sich, nach der deutschen Buchpremiere auf der Leipziger Buchmesse Ferenc Barnás´ Roman Der Neunte auch in Berlin vorzustellen. Das Buch erzählt über eine Kindheit mit zehn Geschwistern im kommunistischen Ungarn der sechziger Jahre – über Armut, Unschuld und Widerstand. Während die Kádár-Ära viele zu Opportunisten machte, erzählt der neunjährige Held des Romans vom Überlebenskampf des unbeugsamen Vaters, eines ehemaligen Offiziers, und der ihm gehorchenden zwölfköpfigen Familie in größter Armut: sie hungern, es fehlt an Kleidung und Heizmaterial. Der Neunte enthüllt das Gewebe seelischer und praktischer Not und Gewalt mit einer ergreifenden Poesie. Durch die distanzierte Sprache des Jungen, die mit der des Ich-Erzählers in Imre Kertész’ Roman eines Schicksallosen verglichen werden kann, erzielt Barnás eine Wirkung, die den Leser gefangen nimmt und tief bewegt. Den Flyer zur Lesung finden Sie hier.

Das Interview mit Ferenc Barnás in der Sendung Lesart bei Deutschlandradio Kultur von Freitag, 22.05.2015, können Sie sich hier anhören.

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Foto: Ferenc Barnás (©Lenke Szilágyi); Umschlag: ©Zoltán Kemény

Ferenc Barnás wurde 1959 in Debrecen geboren. Er studierte Literaturwissenschaft und Ästhetik an den Universitäten Debrecen, München und Budapest, und unterrichtete später Kunst- und Musikästhetik an Gymnasien sowie an der Budapester Universität. Barnás wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet: für seinen letzten Roman Anderer Tod erhielt er den Aegon-Literaturpreis 2013 für das beste Buch des Vorjahres, die englische Übersetzung The Ninth wurde 2009 in den USA für den besten ausländischen Roman (Three Percent, USA) sowie 2010 für den International IMPAC Dublin Literary Award nominiert.

Ferenc Barnás: Der Neunte. Roman. Aus dem Ungarischen von Éva Zádor, Nischen Verlag, März 2015 | www.ferencbarnas.hu