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23.11.2012 | Der weltberühmte Designer Dieter Rams erhielt den Moholy-Nagy-Preis

Gábor Kopek, Rektor der Moholy-Nagy-Universität für Kunst (MOME), übergab gestern Abend dem deutschen Architekten und Designer Dieter Rams den diesjährigen Moholy-Nagy-Preis. Der als einer der einflussreichsten Designern unserer Zeit angesehene Rams wurde in erster Linie als Chefdesigner von Braun weltberühmt, von seinen funktionalistischen Gebrauchsgegenständen sind zahlreiche bis heute ikonisch geworden, während seine theoretische Arbeit, insbe¬sondere sein Engagement für den Ansatz „weniger ist mehr" in der zeitgenössischen Kultur eine grundlegende Bedeutung hat. Bei der feierlichen Verleihung haben Ernő Rubik, Architekt und Designer sowie Kossuth-Preisträger, und der Designer Balázs Lenkei sein Lebenswerk gewürdigt.
Laut der Begründung des Kuratoriums für den Moholy-Nagy-Preis schuf die theoretische Arbeit von Dieter Rams ein deutliches Umfeld für seine Tätigkeit als Designer, deren Ergebnisse ihn unter die größten Designer unserer Zeit gehoben haben, sein Lebenswerk ist ein nachzuahmendes Vorbild für das integrative planerische Denken, welches auch unter den Bildungsprinzipien von MOME zu finden ist.

Dieter Rams
Nach seinen Studien für Architektur und Innenarchitektur an der Werkkunstschule Wiesbaden arbeitete Dieter Rams nach Erhalt seines Diploms im Architektenbüro Otto Appel, dann setzte er 1955 bei Braun seine Karriere fort.  Während seiner Tätigkeit als Chefdesigner bei der Firma von 1961 bis 1995 hat seine holistische Betrachtungsweise bei der Planung von elektronischen Haushaltsgeräten grundsätzlich und für immer die Beziehung zwischen Design und Benutzer geändert. Unter seiner Leitung haben über 500 Produkte die Werkstatt des Teams von Braun-Design verlassen, von denen zahlreiche den ikonischen Status erreicht haben; Rams und die Marke Braun bestimmen bis heute unsere Vorstellungen über das deutsche Design, in denen das klare Erscheinungsbild, die Gründlichkeit und das bewusste Denken eine primäre Rolle spielen. Parallel dazu ist das bis heute hergestellte weltberühmte universale Regalsystem 606 durch die Zusammenarbeit zwischen Rams und des deutschen Unternehmens Vitsoe & Zapf (später das britische Vitsoe) entstanden.
Die Werke von Dieter Rams, von Kaffeemaschinen über Rechner, Funkgeräte und Produkte der Unterhaltungselektronik bis hin zu Büroeinrichtungen, sind weltweit in den Sammlungen zahlreicher führender Museen zu finden. Neben seiner Tätigkeit als Designer haben auch seine designtheoretischen Gedanken und Publikationen eine gewaltige Auswirkung auf die zeitgenössische Kultur. Vielleicht ist seine grundsätzliche Wirkung auf den für das Industriedesign verantwortlichen Seniorvorsitzenden der Firma Apple, Jonathan Ive, eine der am häufigsten zitierte Präsenz in der heutigen Gegenstandkultur. In diesem Zusammenhang äußerte Rams in einem Dokumentarfilm namens Objectified, dass Apple das einzige Unternehmen sei, welches im Einklang mit den von ihm definierten Grundprinzipien seine Produkte plant.

Dieter Rams: Zehn Thesen für „gutes Design"
1.  Gutes Design ist innovativ.
2.  Gutes Design macht ein Produkt brauchbar.
3.  Gutes Design ist ästhetisch.
4.  Gutes Design macht ein Produkt verständlich.
5.  Gutes Design ist unaufdringlich.
6.  Gutes Design ist ehrlich.
7.  Gutes Design ist langlebig.
8.  Gutes Design ist konsequent bis ins letzte Detail.
9.  Gutes Design ist umweltfreundlich.
10.  Gutes Design ist so wenig Design wie möglich.

Der Moholy-Nagy-Preis
Die Moholy-Nagy-Universität für Kunst erkennt mit ihrem 2006 gestifteten Preis diejenigen Persönlichkeiten an, deren menschliches und schaffendes Dasein eng mit der Universität, mit den von ihr vertretenen Werten verbunden ist. Der Preis wurde bisher an – unter anderem – hervorragende Gestalten ihres Fachbereichs wie Hattula Moholy-Nagy, Stefan Lengyel, Ernő Rubik, Hannes Bohringer oder Tibor Kálmán (posthum) verliehen.
Mit dem von Péter Vladimir geplanten Preis will die Universität auch die Bedeutung der Kreativität, der kreativen Industrie sowie der geistigen und wirtschaftlichen Innovation betonen. Damit nimmt sie für das integrative Denken, die universellen Werte der visuellen Kultur und deren innovative Verwendung Stellung.
Weitere Information: www.mome.hu

[Presse-Informationen finden Sie hier]

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