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25.03.2016 | Béla Bartóks 135. Geburtstag

Bartok Bela Artikel
Foto: Budapest Music Center

Am 25. März ist es genau 135 Jahre her, dass in Nagyszentmiklós der größte ungarische Komponist des 20. Jahrhunderts geboren wurde.
Béla Bartók gehört zweifellos zu den Personen, die auch der allgemeinen Meinung nach in die Geschichte eingegangen sind. Persönlichkeiten, die sonst kaum in einen Zusammenhang gesetzt werden, bezeichneten ihn als ihren Lieblingskomponisten, so beispielsweise Margaret Thatcher und Frank Zappa.

All dies ist besonders, weil Bartók auch heutzutage nicht leicht zu mögen ist, obwohl seine einzige Oper Herzog Blaubarts Burg bis heute als Meilenstein der Musikgeschichte betrachtet wird und seine sechs Streichquartette oft in einem Atemzug mit Beethovens Werken genannt werden. Der Facettenreichtum seiner Werke ist nur ein Grund dafür, dass diese nicht leicht einzuordnen sind.

Auch Bartók selbst lässt sich nicht unter einen Begriff fassen: Neben seiner Tätigkeit als Komponist war er Klavier-Virtuose und einflussreicher Sammler ungarischer Volksmusik, aber auch Erforscher der Mathematik, insbesondere des Goldenen Schnitts.
Außerdem gehört er zu den wenigen, die nicht nur das gemeinsame Schicksal der Völker des Karpatenbeckens erkannt haben, sondern sich aktiv für den Erhalt der nationalen Traditionen einsetzte wie auch für den Austausch zwischen diesen.

Bartók war ein einsamer Denker mit unumstößlicher Haltung. Einerseits identifizierte er sich derartig mit seiner Nation, dass er einmal sagte: „Sprich nur dann in einer Fremdsprache, wenn es dringend notwendig ist.“ Andererseits verließ er 1940 seine geliebte Heimat und zog in die USA, weil er die Zustände in Ungarn nicht mehr ertragen konnte, obwohl er in den vorhergehenden fünf Jahren den Höhepunkt seiner Karriere erreicht hatte und unter anderem zum Mitglied der Ungarischen Akademie der Wissenschaften ernannt worden ist.

Im Oktober desselben Jahres schreibt er in seinem Nachlass: „Solange der ehemalige Budapester Oktogon-Platz und der ehemalige Körönd nach den Personen benannt sind, nach denen sie zur Zeit benannt sind und solange in Ungarn auch nur ein nach diesen beiden Personen benannter Platz oder eine Straße existiert, soll kein Platz, keine Straße, kein öffentliches Gebäude meinen Namen tragen. Auch keine Gedenktafel, die mit mir im Zusammenhang steht, soll an einem öffentlichen Platz aufgestellt werden.“

Bartók starb im September 1945: so konnte er noch erleben, dass Mussolini und Hitler - die beiden Personen, deren Namen die erwähnten Plätze einige Jahre lang trugen – ihr Ende fanden. Der Budapester Körönd trägt heute den Namen seines wohl berühmtesten Bewohners und gleichzeitig eines engen Freundes Bartóks: den Namen Zoltán Kodálys. Dieser sorgte in hohem Maß dafür, dass auch während des Sozialismus Bartóks Name nicht verblasste.

Trotzdem gelang es erst im Jahr 1988, die Asche des in den USA beerdigten Komponisten nach Ungarn zu überführen: Heute ruht er auf dem Budapester Farkasréti  Friedhof, in Gesellschaft einiger seiner Bewunderer, so zum Beispiel Lajos Bárdos, Annie Fischer, László Lajtha, Zoltán Kodály und György Solti.

Das 135. Jubiläum wird in Ungarn mit einer ganzjährigen Programmreihe, sein Geburtstag selbst mit besonderen Konzerten gefeiert.
Im Budapester Palast der Künste wird János Kovács am 25. März in dem nach Bartók benannten nationalen Konzertsaal das Ungarische Radio-Sinfonie-Orchester und dessen Chor leiten. Im Béla Bartók Haus hingegen, dem letzten Wohnort des Künstlers in Ungarn, wird Gábor Csalog ein Klavierkonzert geben.

Bartók steht auch im Mittelpunkt des diesjährigen Budapester Frühlingsfestivals. Besonders aus dem vielfältigen Programm hervorzuheben ist der 8. April, an welchem das weltberühmte Festival-Orchester von David Robertson geleitet wird. Im Laufe des Jahres wird im ganzen Land das Jubiläum gefeiert: Auch die ungarischen Auslandsinstitute beteiligen sich am Programm.
Das Collegium Hungaricum Berlin erwartet seine Besucher im Herbst 2016 mit Veranstaltungen zu Bartóks Ehren.

In den nächsten Tagen werden außerdem täglich Links auf Facebook gepostet, welche auf Bartók-Stücke verweisen, die es sich besonders lohnt, immer und immer wieder anzuhören.

 

Als erstes hören wir uns Este a székelyeknél (dt. Ein Abend auf dem Lande) an, gespielt von György Halmos.

 

Bartók ist nicht nur als Komponist, sondern auch als ausgezeichneter Klavierspieler bekannt. In dieser Aufnahme spielt er selbst die Rumänischen Volkstänze, die er 1915 komponierte.

 

Die im Jahr 1936 entstandene Musik für Saiteninstrumente, Schlagzeug und Celesta ist nicht nur eines der bekanntesten Werke Bartóks, auch ihre Orchestrierung war neu. Bartók widmete das Stück Paul Sacher, dem zu jener Zeit erst 30jährigen Gründer und Leiter des Basler Kammerorchesters.

 

In dieser Aufnahme aus dem Jahre 1951 spielt die weltbekannte ungarische Klavierspielerin Annie Fischer eines der bekanntesten Stücke Bartóks, Allegro Barbaro, das 40 Jahre zuvor komponiert worden ist.

 

 

Allegro Barbaro aus dem Jahre 1911 wurde 1970 von der Band Emerson, Lake & Palmer für deren Debütalbum adaptiert. Auf dem Cover von The Barbarian ist Bartóks Gesicht zu sehen.

 

 

In dieser – leider ein wenig verschwommenen – Aufnahme spielt das Budapester Festivalorchester unter Leitung von Iván Fischer die Tanz-Suite aus dem Jahr 1923.

 

 

Die Komposition Cantata Profana (1930) enstand zwar nach rumänischen Weihnachtsliedern, konkrete volksmusikalische Verweise enthält sie nicht. Bei der Beschreibung der Einführung wird häufig die Matthäus-Passion von Bach erwähnt. Hier ein Ausschnitt, es dirigiert György Solti, auch bekannt als Sir George Solti.

 

 

Das letzte Stück, das Bartók vor seinem Tod vollenden konnte, entstand als Auftragswerk von Yehudi Menuhin 1944. In dieser Aufnahme spielt der ungarische Geiger Kristóf Baráti einen Ausschnitt aus der Sonate für Violine solo.

 

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