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Sándor Kányádi verstorben

Im Alter von 90 Jahren starb am 20. Juni 2018 der siebenbürgisch-ungarische Dichter, Übersetzer und Bühnenautor Sándor Kányádi. Mit dem Kossuth-Preisträger und Mitglied der Ungarischen Kunstakademie verschied damit eine große Persönlichkeit der ungarischen Literatur. 


Sándor Kányádi . Foto: Tamás Thaler

Sándor Kányádi wurde am 10. Mai 1929 im rumänischen Porumbenii Mari, ung. Nagygalambfalva, einer ungarischen Gemeinde in Siebenbürgen geboren. Kányádi besuchte das Reformatorische Kollegium in Odorheiu Secuiesc (ung. Székelyudvarhely) und anschließend das römisch-katholische Hauptgymnasium, bevor er seine Ausbildung in der Mittelschule für Stahlindustrie begann. Seine weiterführende Ausbildung absolvierte er in der Hochschule für Theaterwissenschaften István Szentgyörgyi sowie an der Bolyai-Universität in Klausenburg, wo er am Lehrstuhl für Ungarische Literatur und Linguistik studierte.

Kányádis erstes Gedicht erschien auf Zurede Géza Páskándis 1950 in einer Bukarester Arbeiterzeitschrift für Jugendliche. 1951-1952 war Kányádi Mitherausgeber eines literarischen Almanachs sowie für einige Jahre Mitarbeiter bei verschiedenen Zeitschriften (Utunk, Dolgozó Nö). Von 1960 bis zu seiner Pensionierung 1990 war er Redakteur der Klausenburger Kinderzeitschrift ,Napsugár' (Sonnenstrahl).

Sein erster Gedichtband mit dem Titel Virágzik a cseresznyefa (Der Kirschbaum blüht) erschien 1955, wonach Kányádi anfing regelmäßig zu publizieren.

Nach vielen Einzelbänden erschienen 2000 seine Gesammelten Gedichte - Kányádi Sándor válogatott versei. – Auch als literarischer Übersetzer machte er sich einen Namen: 1977 erschienen seine Übersetzungen aus der siebenbürgisch-sächsischen Volksdichtung, 1989 die aus der siebenbürgisch-jiddischen Volksdichtung – jeweils in einer zweisprachigen Ausgabe. 1999 gab er eine Sammlung seiner Übersetzungen in dem Band Csipkebokor az alkonyatban (Wilder Rosenbusch im Abendlicht) heraus. Er veröffentlichte auch zahlreiche Kindergedichtbände.

Sándor Kányádi wurde für sein literarisches Schaffen mehrfach ausgezeichtnet, u.a. mit dem Literaturpreis des Rumänischen Schriftstellerverbandes (Bukarest 1978), dem Kossuth-Preis (Budapest 1993), sowie dem Herder-Preis (Wien 1995). 2000 wurde ihm der Orden „Stern Rumäniens" verliehen. 2014 wurde er in Ungarn zum Künstler der Nation gewählt und 2017 mit dem Prima Primissima Preis geehrt.

 

Stossgebet

brachliegen, Herr, brachliegen
führe mich nicht in die Pflicht
laß mich noch ruhen wie in alter Zeit
die Bauern den Weizenacker

ruhen ließen, Brache hielten
die sanften Wunder brauchen Zeit
es ist nicht egal, Herr, du weißt ja
ob Segen mir folgt oder Fluch

Sándor Kányádi, 1991.
Aus dem Ungarischen von Ingrid Schellbach-Kopra

 

 

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