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06.11.2016 | Zoltán Kocsis verstorben

Die ungarische und internationale Musikwelt trauert um Zoltán Kocsis, den mehrfach ausgezeichneten Dirigenten, Pianisten und Komponisten sowie musikalischen Leiter der Ungarischen Nationalphilharmoniker. Er ist am 6. November 2016 im Alter von 64 Jahren gestorben.
201611 Kocsis Artikel
Zoltán Kocsis am 30. Mai 1987 im Haus der ungarischen Kultur (dem damaligen Collegium Hungaricum Berlin). Foto: CHB

Kocsis gehörte zweifelsohne zu den anerkanntesten Persönlichkeiten der ungarischen Musikszene: er war nicht nur als virtuoser Pianist bekannt, sondern auch als ausgezeichneter Dirigent und seit 1987 als Komponist. Als talentierter junger Pianist gewann er im Alter von 18 Jahren den Beethoven-Wettbewerb des Ungarischen Rundfunks, drei Jahre später wurde er mit dem Liszt-Preis ausgezeichnet. Während seiner Studienzeit an der Budapester Musikakademie, an der György Kurtág, Pál Kadosa und Ferenc Rados  seine Lehrer waren, begann seine steile Karriere: er trat in den bedeutendsten Musikzentren mit den größten Orchestern auf, unter anderem auch mit den Berliner Philharmonikern. Seinen ersten Kossuth-Preis erhielt er mit 25 Jahren, zahlreiche weitere Auszeichnungen folgten.

1983 gründete er mit Iván Fischer das Budapester Festivalorchester, das heutzutage zu den renommiertesten Orchestern gehört und von Iván Fischer geleitet wird.

Zoltán Kocsis trat jahrelang bei den größten Festivals als Pianist auf. Er galt als erstklassiger Interpret der Werke des ungarischen Komponisten Béla Bartók. Als Pianist spielte er dessen gesamte Klavierkompositionen. Mit seiner Aufnahme von Debussys Images gewann er 1990 den Gramophone Classical Music Award – ein zweites Mal erhielt er ihn im Jahr 2013 für eine Einspielung von Bartóks Violinsonaten.

Seit 1987 war er auch als Komponist tätig. Am 16. Januar 2010 wurde in Budapest eine von Zoltán Kocsis vollendete Version des Opernfragments Moses und Aron von Arnold Schönberg mit der Ungarischen Nationalphilharmonie konzertant uraufgeführt.

Seit 1997 war Kocsis musikalischer Leiter der Ungarischen Philharmoniker. Bei den zahlreichen Auftritten in ganz Europa, Japan oder in den Vereinigten Staaten wurde er vom Publikum als Weltstar gefeiert.

„Er war ein musikalischer Riese, eines der seltenen Genies. Seine Wirkung auf seine gesamte Generation ist unermesslich. Im Namen des Budapester Festivalorchesters und auch persönlich nehme ich tief erschüttert Abschied von meinem Musikerkollegen, Mitgründer und Partner in zahlreichen gemeinsamen Musikproduktionen, unserem unvergesslichen Musiker-Vorbild. Ruhe in Frieden.“, schrieb der Dirigent Iván Fischer.

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