Escapebericht - Escape Room Europe @ CHB

 

 

Als Ergebnis einer besonderen deutsch-ungarischen Kooproduktion haben die KünstlerInnenkollektive hannsjana und STEREO Akt am 5., 6. sowie am 7. September ihr Performance-Projekt vor vollem Haus im Collegium Hungaricum Berlin aufgeführt. Die partizipative Audio-Installation Escape Room Europe reflektierte mit ungewöhnlichen Mitteln europapolitisch-bürokratische Verstrickungen und persönliche Erfahrungen der jungen Generationen in der EU.

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Die Resonanz seitens Publikum übertraf alle Erwartungen: Schon Tage vor der Uraufführung am 5. September war die Veranstaltung ausgebucht und es gab reichlich Registrierungswillige, die keine Karten mehr erhalten konnten. Doch es war gerade das Ziel des performativen Projekts: Die TeilnehmerInnen in Kleingruppen und in intimer Atmosphäre verschiedene Szenarien des Abschieds und Verlassens oder poetische Inszenierungen der EU-Bürokratie durchspielen zu lassen, um die gegenwärtigen politischen Dilemmas um die Europäische Union auf spielerische Weise erlebbar zu machen. Escape Room Europe überzeugte außerdem auch das Fachpublikum: Bereits nach der Uraufführung erhielten die beiden Ensembles die Einladung, das Stück auf eine andere Spielstätte Deutschlands zu adaptieren.

„Bei der Auswahl der zusammenwirkenden Kollektive war es von entscheidender Bedeutung, dass sie zwar mit unterschiedlicher Betrachtungsweise und Praxis, aber auf der Grundlage ähnlicher Prinzipien arbeiten” – erklärt die Kuratorin des Projekts, Léna Szirmay-Kalos. „Neben diesem geteilten Verständnis des Vermittlungspotentials der performativen Genre war es ebenso für die Zusammenarbeit förderlich, dass beide Gruppen sich hauptsächlich mit aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen beschäftigen. Und drängendere Fragestellungen, als jene, die die Zukunft Europas und der Europäischen Union betreffen, könnte man gerade kaum finden.”

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Nach einem ersten Treffen im Dezember 2016 kamen die Mitglieder des Kollektivs hannsjana (Laura Besch, Alice Escher, Jule Gorke, Lotte Schüßler, Katharina Siemann, Marie Weich) und der STEREO Akt (Márk Bartha, Martin Boross, Julia Jakoboswska, Gábor Thury, Imre Vass) im Juni sowie im August 2017 für insgesamt drei intensive Workshop-Wochen zusammen. Zwischen den beiden Arbeitsaufenthalten im Collegium Hungaricum haben die Projektbeteiligten an Texten weitergearbeitet und eine Konzeption zur Raumnutzung im CHB erarbeitet: Demnach dienten neben den üblichen Aufführungsorten des Hauses bspw. auch der Aufzug oder der Umkleideraum neben dem Panoramasaal als Spielort.

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Neben dem Collegium Hungaricum wurde das Projekt im Rahmen von Szenenwechsel, einem Programm der Robert Bosch Stiftung und des Internationalen Theaterinstituts gefördert.
Fotos von Barbara Antal. Mehr Fotos finden Sie hier.