1.9.2017 - 31.3.2018 | CHB Residency #2 Áron Kútvölgyi-Szabó: Clustering Illusions

Der Bildende Künstler Áron Kútvölgyi-Szabó war im Sommer 2017 zweiter Gast im hauseigenen Artist-in-Residence Programm CHB Residency. Die Ergebnisse seines einmonatigen Arbeitsaufenthaltes unter dem Titel Clustering Illusions können bis Ende März 2018 besichtigt werden.

Am 14. Dezember 2017 um 19 Uhr findet eine Führung und Artist Talk zur Ausstellung mit dem Künstler in englischer Sprache statt.

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"Das gezielt für die Räume des CHB konzipierte Werk-Kollektiv setzt sich aus drei Einheiten zusammen: Die zentrale Komposition ist im Weininger-Saal (I. Etage) zu sehen. An jene knüpfen sich die weiteren im Erdgeschoss sowie in der I. und IV. Etagen angebrachten installativen Werke und Videoprojektionen an bzw. können als ihre Referenzen betrachtet werden. Diese werden um eine weitere ortsspezifische Arbeit im Außenbereich des Gebäudes (auf der Dachbrücke zwischen CHB und dem benachbarten Block) ergänzt, welche die Ansichten aus den Fenstern der seitlichen Fassade ins Spiel bringt.
Der umfassende Titel der Arbeiten Clustering Illusions steht für eine Unterart der kognitiven Verzerrung, der in unserer „postfaktischen“ Gegenwart an besonderer Aktualität gewinnt. Er beschreibt eine Art unbewussten Zwangs des Menschen, der einen dazu bewegt anhand sporadisch auftretender Phänomene fiktive Zusammenhänge zu bilden und jenem Vorkommen ein regelmäßiges Muster zuzuschreiben. Die gleiche willkürliche Selektion steht im Hintergrund, wenn man aus einer gegebenen Menge an Informationen ausschließlich diejenigen wahrnimmt, welche mit seiner eigenen Weltanschauung oder mit seinen eigenen bereits entwickelten Pre-Konzeptionen konform gehen.
Durch die Werke möchte der Künstler auf solche potenziellen epistemologischen Fehlschlüsse hinweisen, die sich aus dem Negligieren der Räumlichkeit oder einem automatischen Verbildlichungsmechanismus ergeben, wie auch die meisten bildgebenden Geräte funktionieren. Als Metaphern dieser gedanklichen frames erscheinen die geschweißten Stahlrahmen unterschiedlicher Größe im Weininger Saal, die in ihrer räumlichen Anordnung verschiedene Ausschnitte ausgeben.
Neben dem Spiel mit den unterschiedlichen Ansichten kommt bei den Werken auch die Texturalität zum bewussten Einsatz: Die Oberflächen der zur Installation verwendeten Objekte (Schwämme und Granulate) weisen eine unbegreiflich dichte Stoffstruktur auf, die in Analogie mit der Informationsüberflut unserer mediengesättigten Gegenwart steht. Die in den Ausschnitten zu beobachtenden Maserungen und Konstellationen sind in der Tat zufallsartig, da sie bei einer anderen Musterentnahme bereits ein ganz anderes Bild zeigen würden. So tritt die Problematik um Schnitte und andere Stichprobeneinheiten deutlich hervor, die bei solchen Substanzen mit ungleichmäßiger Zusammensetzung selbst unter den kleinsten Abweichungen ihre Repräsentativität bzw. ihre Aussagekraft in Bezug aufs Ganze verlieren können." (Áron Kútvölgyi-Szabó)

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Áron Kútvölgyi-Szabó, Bildender Künstler, geboren 1985 in Budapest, Ungarn. Nach einem Studium der Kunstgeschichte und Philosophie erhielt er das Cirius Stipendium in Dänemark und begann an der Engelsholm Højskol seine Ausbildung als Bildhauer. Anschließend absolvierte er auch an der Kunstfakultät der Universität Pécs das Studium der Bildhauerei. 2012 erhielt er das Fundamenta-Amadeus Künstlerstipendium. Seit 2015 wurde er jedes Jahr mit dem Gyula Derkovits-Preis ausgezeichnet. Er nahm an mehreren Gruppenausstellungen in Ungarn und auch international teil: U.a. auf der OFF-Biennale Budapest 2015, in der Trafó Galerie (Budapest), beim Light Year Project (New York), auf der Positions Art Fair (Berlin), Plusmínusnula Galerie (Zilina, Slovakia), in der Kunsthalle Budapest sowie in der Chimera-Project Gallery (Budapest). Der Künstler wird durch die Chimera-Project Galerie in Budapest vertreten.
In letzter Zeit stehen die Themen menschliche Wahrnehmung sowie die Unsicherheit menschlichen Wissens und die Rolle, die die Räumlichkeit dabei erfüllt im Fokus seiner künstlerischen Praxis. Jene hat Kútvölgyi-Szabó im Rahmen des CHB Residency aus einem neuen Aspekt, über die Konzepte des Ausschnitts sowie des Framing untersucht.