2017. december 14. 20:00 | Spirális rezidenciák #08 Zero Exponent 

 

Gegeben sei eine nimmermüde Budapester Indie-Pop-Queen, der tasmanische Teufel der Berliner Feinschmecker-Künstler-Videos, der Tempoverantwortliche surrealistischer Hip-Hop-Produktionen aus Neuseeland und der mit byzantinischem Feuer angeheizte Apostel der ungarischen Underground-Szene, für alle gelte der Exponent 0.
Das Ergebnis ist 1….am 14. Dezember im Collegium Hungaricum Berlin.

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Unter dem Titel Zero exponent kommt die über zwei Jahre hinweg vierteljährlich stattfindende Serie Spiral Residencies (spi.res.) der konzeptuellen Musik im Collegium Hungaricum Berlin (CHB) nun mit dieser letzten Episode zu einem Ende. Wie in den vorigen sieben Episoden werden auch diesmal hervorragende Musiker aus Budapest und Berlin eingeladen, um Teil einer außergewöhnlichen installativen musikalischen Situation zu werden. Vor dem jeweiligen Konzert unter einem bestimmten Thema arbeiten die eingeladenen Künstler in einer einwöchigen Probenzeit intensiv zusammen, das Ergebnis kommt anschließend musikalisch und visuell zum Ausdruck.
Nach der umfassenden Integration dessen, was in spi.res. bisher vorgestellt worden ist, handelt das Thema des Abschlusses von dem kollektiven Individualismus und strebt danach, universelle Anpassung in einer unverständlichen Welt zu verdeutlichen.
Der Titel der Episode lehnt an die allgemein bekannte mathematische Regel des Nullexponenten an, die besagt, dass jeder Term mit dem Exponenten Null Eins ergibt. Die Künstler werden ihre Kollaboration einem holistischen Ansatz folgend beginnen und dem Publikum somit ermöglichen, während der Erfahrung, kognitiv und spirituell, Teil des Ganzen zu werden.

Vera Jónás – Vokal, Gitarre
Dan Freeman – Vokal, Saxophon, Tasteninstrumente
János Bujdosó – Gitarre
Reece McNaughten - Schlagwerk 

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Über die teilnehmenden Musiker

Vera Jónás

Die preisgekrönte Sängerin, Songwriterin, Looperin und Gitarristin Vera Jónás ist ein wahrhaftig beliebte und gefeierte Persönlichkeit der ungarischen Indie-Musik-Szene. Mit der ambivalenten Erscheinung ihrer zwar sehr sanften Bühnenpräsenz, aber genauso mächtigen Stimme und eigenen Texten führt sie die Hörer in ihre sehr frische und einzigartige Klangwelt, hinter der einige Reife und eine tiefgründige Seele anmuten. Die Songs performt sie auf ihre eigene Art, mischt dazu live Sounds und Klänge von sowohl elektronischen, als auch gänzlich akustischen Instrumenten.
Ihren musikalischen Werdegang besiegelte Vera 2012 mit ihrem Abschluss an dem London Centre Of Contemporary Music, lebte und spielte seither abwechselnd in London und Budapest und tourte mit ihrer Band, Vera Jonas Experiment, durch Europa und Asien. So performte sie auch vor der Band Morcheeba und einer ihrer Songs wurde zu dem Titellied einer HBO Serie. Im Herbst 2012 wurde sie in ein Programm des U.S. Department of State aufgenommen um als Mitglied des OneBeat mitzuwirken.

Dan Freeman

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Dan Freeman ist ein absolut vielseitiger, in Berlin lebender Musiker aus Tasmanien. Nach seinem Studium an der Hochschule für Musik Hanns Eisler in Klavier und Saxophon gründete er seine Band, Dan Freeman and the Serious. Ihr erstes Album I Lie A Lot veröffentlichten sie 2011, anschließend erschienen zwei Video-Singles, No Bridges Through and Dagner, die sich der Aufmerksamkeit mehrer hunderttausend Views auf Vimeo erfreuten. Diese Werke zeugten bereits von einem außerordentlich talentierten und hartnäckigen Künstler, der genau weiß was er will und der sowohl alle einzelnen Details, als auch das Gesamtbild im Blick behält.
Seither produzierte er zwei weitere Video-Singles (Bigger, Davie), die ihre Erwartungen übertrafen. Ansonsten widmet Dan sich in seiner Freizeit der Organisation interdisziplinärer performativer Musik-Events und dem Kaffeebohnenrösten.

János Bujdosó

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Foto: Gábor Sióréti

János Bujdosó ist bereits seit Jahrzehnten eine Schlüsselfigur der ungarischen Underground-Musikszene. Sein unverkennbarer lyrischer Gitarrensound beeinflusste zahlreiche alternative Budapester Bands wie Pop Ivan, Chakra Hacker, Specko Jednó, Egy Kiss Erzsi Zene, Kistehén. Vor sieben Jahren gründete der markante Gitarrist sein eigenes Trio und entwickelte einen eher akustischen Sound, den er selbst, wenn er denn muss, als byzantinischen Surf-Jazz bezeichnet. János komponierte zahlreiche Stücke "interessanter experimenteller Musik mit Einflüssen von dem 'Zigeuner'-Balkan, Jazz, Lateinamerika und weiß der Geier woher sonst noch" für Theaterstücke und avantgardistischer Filme.
Reece McNaughten

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Foto: Bridget Henderson
Reece McNaughten ist Schlagzeuger und visueller Künstler. Eine ansehnliche Bekanntheit genoss er bisher als Schlagzeuger der in Wellington ansässigen experimentellen Hip-Hop-Gruppe West Coast Bullies und seinem eigenen Electronic-Avant-Rock-Soloprojekt
Big Flip the Massive. Außerdem ist er Mitglied von mehreren surrealen Musikprojekten (Orchestra of Spheres, Bonaparte, Ballah Playah Gnar, etc.) Sein Bachelorstudium schloss er an der New Zealand School of Music (NZSM) ab. Bezeichnend ist sein maschinengewehrartiger, dennoch sehr melodisches klanglicher Stil, mit dem er bereits die merkwürdigsten Orte und Situationen, von Untergrundstationen über Berggipfel bis hin zu psychedelischen Dancefloors zum Beben brachte, meist in Begleitung seiner Visuals und außergewöhnlichen Kostümen.

Über Spiral Residencies

Spi.res. lädt in Berlin und Ungarn wirkende Musiker zu einer einwöchigen Kollaboration ein, um gemeinsam über die Spiral Dynamics, einer Theorie über die verschiedenen Bewusstseinsebenen der menschlichen Evolution, zu reflektieren. Einerseits steht jede der Veranstaltungen unter dem jeweiligen Thema für sich und kann daher auch individuell interpretiert werden, in ihrer Gesamtheit sind sie jedoch ebenfalls mit einander verflochten und ermöglichen so verschiedene Betrachtungsweisen bezüglich der Stadien, die die Menschheit während ihrer Entwicklung durchlaufen ist. In den ersten sieben Residenzen (‘Survival‘, ‘Séance‘, ´Power Gods´, ´the System´, ´The Game´, ´Nexus´ und ´Kaleidoscope´) waren Musiker des zeitgenössischen Gebietes wie Axel Dörner, Hannes Lingens, Ernő Rubik, Ernő Hock, Andrea Belfi, András Halmos, Gábor Csongrádi, Charlotte Simon, S Olbricht, Gaya Arutyunyan, Julia Biłat, Daniel Schwarzwald, Zsolt Sőrés, Jean-Hervé Peron, Werner Zappi Diermaier, Desney Bailey, Joel Holmes, Gábor Juhász, Albert Orgon, Szilveszter Miklós, Ádám Czitrom, Mia Dyberg, Áron Porteleki und Roberta WJM im CHB zu Gast.
Sowohl die Vorbereitungsprozesse, als auch die finalen Konzerte werden in einem Dokumentationsfilm festgehalten und werden so am Ende der Residenzserie zu einem eigenen Werk.