18.03. – 15.06.2019

Licht | Form | Fotogramm

Bauhaus-Reduktionen

Eine Ausstellung und Performance von Károly Minyó Szert und Anikó Robitz

 

Eröffnung am 18. März um 19:00 Uhr

Zum 100-jährigen Bauhausjubiläum präsentiert das Collegium Hungaricum Berlin eine Ausstellung von Károly Minyó Szert und Anikó Robitz, zwei zeitgenössischen ungarischen Künstlern, deren Arbeiten auf geometrischen Formen und Texturen aufbauen und sich gleichzeitig mit Licht und Bewegung auseinandersetzen. Die von Suprematismus und Abstraktion inspirierten Bilder greifen auf die Techniken der analogen Photographie zurück und bleiben konsequent an der Grenze zur Figurativität.

Zur Eröffnung findet eine ortsspezifische Light-Bike-Performance der beiden Künstler statt: Das durch Bewegung mechanisch erzeugte Licht hinterlässt Spuren am sensiblen Material – das Bild entsteht im zweifachen Sinn analog, ohne die Benutzung einer Kamera.

Károly Minyó Szert begegnete dem Phänomen „Bauhaus“ in den 1960er Jahren in der ungarischen Botschaft in Neu-Delhi. Das großflächige Aufeinandertreffen von Metall und Textilien in Kombination mit den kleinen federleichten Formen der Einrichtung hat ihn stark fasziniert. Die Spuren dieser Begegnung erkennt man immer wieder in seinem Werk: Er agiert häufig mit malerischen Gesten und der Unmittelbarkeit der Freihandfotografie und verbindet diese Elemente mit gebauten Bildern und groben Materialien.

Für Anikó Robitz wiederum bildet die gebaute städtische Umgebung den Ausgangspunkt. Indem sie die Texturen und Facetten der modernen und zeitgenössischen Architektur zu Formen und Linien reduziert, enthüllt sie bis dahin verborgene Eigenschaften der Konstruktion. Durch den neuen Rahmen, den die Kamera ergibt, werden die BetrachterInnen aufgefordert, ihre eigenen Vorstellungen vom Begriff des Raumes und des Ortes in ihrer Vollkommenheit und Unteilbarkeit zu hinterfragen. Ihre modernistische Sensibilität bricht die bekannten Anblicke und schafft eine neue Welt aus den verborgenen Merkmalen der bestehenden.

Für seine ortsspezifischen Echtzeit-Performances setzt Minyó Szert analoge Labortechniken ein. Durch das Licht, das durch seine Bewegung auf einem alten Fahrrad erzeugt wird, entsteht ein photographisches Bild – ohne die Verwendung eines Fotoapparats.

Die Ausstellung kann bis zum 15. Juni 2019, wochentags von 10 bis 19 Uhr im Collegium Hungaricum Berlin besichtigt werden.

Mit freundlicher Unterstützung von der Analyx GmbH.

Der Eintritt ist frei.

minyo.hu | anikorobitz.com