13. 09. – 18. 10. 2019 | Vom Pinsel bis zur Kamera. Werke von László Moholy-Nagy und seinen ungarischen Zeitgenossen

Sammlung Antal-Lusztig, Debrecen

© László Moholy-Nagy: Spirale | Licht-Raum Modulationen (1943) 

László Moholy-Nagy zählt zu den bedeutendsten und vielseitigsten Künstlern des 20. Jahrhunderts, der von der Malerei, Skulptur und Grafik über die Fotografie, Filmkunst und Typografie bis hin zur Objektgestaltung und zum Ausstellungsdesign in zahlreichen Medien Bleibendes schuf. 

Er wurde als einer der einflussreichsten Lehrer am Bauhaus und später in den Vereinigten Staaten als Gründer des New Bauhaus bekannt. In einem südostungarischen Dorf geboren, kam er von Szeged und Budapest über Wien, Weimar, Dessau, Berlin, Amsterdam und London nach Chicago, wo er von 1937 bis zu seinem frühen Tod im Jahr 1947 lebte. Seine visionäre Auffassung von der Kunst und ihrer sozialen Verpflichtung ist heute mehr als je aktuell, sein Werk ist weltweit in den bedeutendsten Museen, Galerien und Sammlungen präsent.

Weniger bekannt in der internationalen Kunstszene sind die Anfänge seiner Laufbahn, Moholy-Nagys frühe Jahre in Ungarn. Wer waren die Vorbilder, in welchem Milieu entstanden seine ersten Arbeiten, wie veränderte sich seine Kunst während der ersten Berliner Jahre?
Unsere Ausstellung zeigt Werke von László Moholy-Nagy aus einer der bedeutendsten Privatsammlungen Ungarns, der Sammlung Antal-Lusztig Debrecen – unter ihnen viele herausragende und öffentlich nur selten zu sehende Arbeiten. Neben diesen sind hier Werke von Moholy-Nagys ungarischen Zeitgenossen aus derselben Sammlung zu sehen, mit denen er (wie mit József Nemes Lampérth, Sándor Bortnyik, Béla Uitz, Lajos Tihanyi) in freundschaftlicher oder (wie mit Ede Bohacsek, János Mattis Teutsch, Lajos Kassák) in kollegialer Beziehung stand. Über ihre eigenen Qualitäten hinaus stehen sie auch für die Tendenzen, die Moholy-Nagys frühe Kunstauffassung und Kunstphilosophie beeinflussten. Darüber hinaus bietet die Ausstellung auch reife Werke von László Moholy-Nagy, die bis jetzt meist nur dem ungarischen Publikum zugänglich waren.

Mehrere Werke von Moholy-Nagy und Nemes Lampérth, die sich in der Sammlung Antal-Lusztig befinden, sind in Berlin in den 1920er Jahren entstanden, und es ist ein glücklicher Zufall, dass sie nach vielen Jahrzehnten nun wieder hier gezeigt werden können.

Als Ergänzung zu den Klassikern sind im Collegium Hungaricum Arbeiten von dreizehn ungarischen oder aus Ungarn stammenden Künstlerinnen und Künstlern zu sehen, die durch das Werk des ungarischen Polyhistors inspiriert wurden. Die meisten von ihnen wurden eigens für die Berliner Ausstellung konzipiert.

Die Ausstellung kann vom 13. September bis 18. Oktober 2019 besichtigt werden.
Öffnungszeiten: Montag–Freitag 12:00–19:00
Der Eintritt ist frei.

Die Ausstellung entstand dank einer Zusammenarbeit zwischen dem Déri Museum Debrecen und dem Collegium Hungaricum Berlin.