15.10.2020 19:30 | Auf dem Teppich #3

VÁLTOZAT|LAN – CHANGE|LESS

Zeitgenössische Tanz- und Musikperformance

Im Schaufenster: Die Corona-kompatible Performance von Imola Nagy (Tanz) und Gábor Hartyáni (Cello) findet im geschlossenen Raum hinter Glas statt. Das CHB wird damit zum sicheren Ort einer improvisationsbasierten Aufführung über die Perspektiven unseres Daseins.

In welchem Maße lässt sich der Weg, der durch unsere Gene, durch Familie und Kultur, in die wir hineingeboren wurden, oder der gar durch unsere tägliche Routine geprägt ist, aus eigener Kraft verändern? Jeder Tag, jedes Individuum, jede Generation ist anders, und doch durchlaufen wir dasselbe. Je nach Anschauung ließe sich behaupten, dass es keinen Wandel gibt, oder auch, dass der Wandel das einzig Beständige ist.

 

Imola Nagy ist eine in Berlin lebende Tänzerin, Performerin, Lehrerin und Kunstschaffende. Ihre Ausbildung machte sie an der Hochschule für Zeitgenössischen Tanz in Budapest sowie an der Nationalen Tanzschule Griechenlands. Sie war Tänzerin in der Produktion der Niederländischen Oper und arbeitete in Berlin, Budapest, New York und Holland mit zahlreichen Künstlern an experimentellen Produktionen sowie an der Gestaltung und Aufführung verschiedener Genres der darstellenden Künste zusammen. 2018 war sie Stipendiatin im Residenzprogramm Life Card Burning - Wild Card der Berliner Uferstudios sowie im Vez Studio Brüssel.

Gábor Hartyáni betrachtet sich in erster Linie als Beobachter und Zuhörer. Die beobachteten äußeren und inneren Welten verwandelt er mit Hilfe seines Cellos in individuelle Geschichten. Neben seiner Karriere als Solokünstler ist er Koordinator der interdisziplinären Initiative Young Blood, Gründungsmitglied des Weltmusik-Kollektivs Khayâl sowie Cellist in Musikprojekten verschiedener Genres und in als Gesamtkunstwerk angelegten Momentkompositionen.

Foto: Tim van den Oudenhoven

Der Teppich ist Luxus. Der Teppich ist verschlissen. Der Teppich ist ein Statussymbol.
Der Teppich ist magisch. Der Teppich ist Reise, der Teppich ist Flucht. Der Teppich ist eine Schatzkiste, bei einem Umzug packen wir alles hinein, was uns wichtig ist.
Den Rest kehren wir drunter.
Der Teppich ist Energie, ist Gastfreundschaft und Sicherheit. Der Teppich der Erde, wogender Weizen. Der Teppich fliegt. Der Teppich ist Märchen. Der Teppich ist Musik.

Unzählige Assoziationen können wir beim Hören des Wortes Teppich im Kopf verknüpfen, und es ist kein Wunder, dass der Teppich in vielen Kulturen auch symbolische Bedeutung hat. Die Veranstaltungen der neusten musikalischen Reihe des CHB werden – nicht nur als Motiv – vom Teppich zusammengehalten.
AUF DEM TEPPICH empfängt unabhängig vom Genre ungarische Musiker*innen und Formationen, die meist im Dialog mit Berliner Künster*innen auf dem großformatigen Teppich auftreten, der unserem Programm gewidmet ist – im CHB oder anderswo in Berlin. Das wiederkehrende Motiv und zugleich der feste Punkt ist die textile Bühne, wo sich akustisch, verstärkt; im Solo, Duo oder sinfonisch; mit oder auch ohne Text Geschichten auf den Weg machen.

Der Eintritt ist frei.