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23.05.2013, 18:30 | Vortrag Gerhard Seewann

 

Geschichte der Deutschen in Ungarn – Buchpräsentation mit Gerhard Seewann

[23.05.2013 | 18:30 | .CHB, Panoramasaal | Eintritt frei]

Gerhard Seewann hat mit seinem jüngst vorgelegten zweibändigen Handbuch zur Geschichte der Deutschen in Ungarn ein lange beklagtes Desiderat behoben. Sein im Verlag des Herder-Instituts Marburg/L. erschienenes Werk deckt die Zeit vom Mittelalter bis ins 21. Jahrhundert ab, wobei der Focus auf der neuzeitlichen Siedlung, also auf der Zeit nach der Eingliederung des historischen Ungarn ins Reich der Habsburger ab dem Ende des 17. Jahrhunderts liegt. Die vorausgegangenen Türkenkriege und die kurz nach 1700 folgenden antihabsburgischen Erhebungen führten zu weitflächigen Entvölkerungen und zur Verarmung des Landes. Die Ansiedlung deutscher Bauern und Handwerker versprach den neuen Grundherren die beste »Rendite«, so dass ein großangelegtes Siedlungswerk in Gang gesetzt wurde. Wenn 1910 im Königreich Ungarn etwa jeder Zehnte Deutsch als Muttersprache angab (rund zwei Millionen Menschen), so sprechen diese Zahlen für den überragenden Erfolg der Siedlungspolitik. Das Verhältnis der Ungarn zu den Deutschen war tendenziell ausgeglichen, meist besser als zu den anderen Minderheiten des Landes, die alle ab Ende des 19. Jahrhunderts einem starken Magyarisierungsdruck ausgesetzt waren.

In seiner Darstellung geht Seewann auf die verschiedenen Siedlungsvorgänge vor allem im 18. Jahrhundert ein, auf die Nationalbewegungen und Nationalitätenpolitik des 19. Jahrhunderts, die politischen Bewegungen und die Rolle der Deutschen im deutlich verkleinerten Trianon-Ungarn nach dem Ersten Weltkrieg, schließlich auf die Vertreibung, die Situation der Nationalitäten zur Zeit des Sozialismus und die Entwicklung nach der politischen Wende bis in die Gegenwart. Im Gespräch wird Gerhard Seewann sein Buch vorstellen, und dem Publikum zum Austausch zur Verfügung stehen.

Begrüßung: Klaus Rettel | Deutsch-Ungarische Gesellschaft Berlin
Mit Prof. Dr. Gerhard Seewann spricht Dr. Harald Roth, Deutsches Kulturforums östliches Europa Potsdam

Eine Veranstaltung des Deutschen Kulturforums östliches Europa in Zusammenarbeit mit der Deutsch-Ungarischen Gesellschaft e.V. (Berlin) und dem Herder-Institut; mit freundlicher Unterstützung des .CHB.

 

Der Autor: Nach dem Studium der Geschichte und Philosophie in Graz war Prof. Dr. Gerhard Seewann zunächst im Archiv der deutschen Jugendbewegung auf Burg Ludwigstein sowie an der Universität München tätig, bevor er 1980 die Leitung der Bibliothek des Südost-Instituts in München übernahm. Hier betreute er zahlreiche Projekte zur Minderheitenforschung, wobei sein eigener Schwerpunkt auf Ungarn lag. Anfang 2007 folgte Seewann einem Ruf auf die mit Bundesmitteln neu eingerichtete Stiftungsprofessur für die Geschichte der Deutschen im südöstlichen Mitteleuropa an der Universität Fünfkirchen/Pécs im südlichen Ungarn, wo er bis heute lehrt.

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