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Ab 18.6.2018 | Ádám Albert: Die Wahrheit des Gärtners

Ab dem 18. Juni 2918 ist die Ausstellung von Ádám Albert im Collegium Hungaricum Berlin zu besichtigen. Als Gast des CHB Künstlerresidenzprogramms verbrachte Albert einen Monat in Berlin. Der junge Kunstschaffende präsentiert nach dem RULES Festival seine neuste Arbeit mit dem Titel Die Wahrheit des Gärtners, ein experimentelles Werk, welches als Teil weiter gesellschaftlicher und geschichtlicher Prozesse betrachtet werden kann.


Ádám Albert im Collegium Hungaricum Berlin. Foto: Barbara Antal

Die auf drei Etagen des CHB installierte Ausstellung bezieht sich auf das Leben und Schaffen des im 19. Jahrhundert als Retter der Mütter bekannt gewordenen Mediziners Ignác Semmelweis sowie auf die im Zusammenhang seiner Tätigkeit aufgeworfenen Fragen. In der totalen Ausstellung verwendet der Künstler gefundene Gegenstände, lebendige Pflanzen und Medienobjekte, wobei die Integration von Klangkomponenten als Novum in Ádám Alberts Schaffen gilt, die durch die Zusammenarbeit mit dem Mitarbeiter des CHB, Vazul Endre Mándli, dem künstlerischen Leiter im Bereich Musik, enstanden ist.

Den Ausgangspunkt der Ausstellung bilden zum einen Ignác Semmelweis' Hypothese zur Prävention des Kindbettfiebers, das im 19. Jahrhundert als eine der schwersten postnatalen Krankheiten galt sowie zum anderen die wissenschaftsgeschichtliche Bedeutung dieser Entdeckung. Semmelweis sah eine Vorbeugung der Infektionskrankheit in der Desinfektion mit Chlorkalk und stellte fest, dass unzureichende Hygiene in großem Maße für die Herausbildung der Krankheit verantwortlich ist. Der medizinische Paradigmenwechsel im ersten Drittel der 1860-er Jahre ließ indes im Vergleich zu der 1847 von Semmelweis gemachten Entdeckung lange auf sich warten. Auf dieser Grundlage untersucht die Ausstellung unbekannte komplexe Systeme, die das sensible Gewebe globaler Zusammenhänge hinterfragen und mit Hilfe der Metapher des pflanzlichen Wachstums die Möglichkeiten des Überlebens ins den Blick nehmen.

Der Ausstellungsraum gleicht einer Dunkelkammer, in der die Objekte der Installation nur durch das künstliche Licht rosafarbener LED Pflanzen-Wachstumslampen Lampen beleuchtet werden. In dem düsteren Raum der Ausstellung erscheinen Nutzpflanzen bzw. besondere Funktionen illustrierende fleischfressende Pflanzen, welche verschiedene Aspekte des Überlebens, der Verletzbarkeit, des Schuldbewusstseins, des Auf-sich-allein-Gestellt-Seins, des Ausgeliefertseins und die Chancen des Überdauerns analysieren. Die Nutzpflanzen verweisen auf das Symbolsystem im Zusammenhang mit der nährenden Erde und lenken die Aufmerksamkeit in Bezug auf Semmelweis auf die eigentümliche Situation, dass die Vorbeugung des Kindbettfiebers und die Senkung der Sterberate konsequenterweise zur Überbevölkerung der Erde beigetragen haben.

Im Werkensemble erscheinen symbolische Formen der Wissensbewahrung, auf welche die günstigen, käuflichen, aber zerlegten Bücherregale verweisen. Diese erscheinen so als Teil eines neu interpretierten, modularen Systems. Die Wellenlänge des durch die Lampen ausgestrahlten Lichts entspricht der Energie des Pflanzenwachstumfördernden Sonnenlichts. Ein weiterer wichtiger Bestandteil der Installation ist die Geräuschkulisse, die den Ausstellungsraum einnimmt und durch die Vibration der Installationselemente entsteht.

Die Ausstellung kann bis Ende November 2018 zu den Öffnungszeiten des CHB (täglich von 13-18 Uhr) besichtigt werden.

Die Teilnahme von Ádám Albert am CHB Residenzprogramm ist Teil des Semmelweis-Gedenkprojekts, welches anlässlich des 200-jährigen Semmelweis-Jubiläums von der Semmelweis Gendenkkommission gefördert wird.

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