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01.10. 19:00 | »Apropos Casanova«

Maskenspiel, munterer Assoziationskarneval und biographische Phantasien.

Timea Tankó über die Neuerscheinung ihrer Übersetzung von Miklós Szentkuthys Roman 

Gespräch und Lesung

Der Romancier und Essayist Miklós Szentkuthy (1908-1988), Wegbereiter der Avantgarde und trotz zeitweiligem Publikationsverbots bedeutender Vertreter der Moderne in Ungarn, blieb während des Sozialismus in der inneren Emigration eng mit der Weltliteratur verbunden und erschuf sein literarisches Werk aus dieser Verbindung heraus. Mit »Apropos Casanova« liegt nun der Auftakt seines umfangreichen Werkes auf Deutsch vor.

Ob als barocker Liebesabenteurer oder Gelehrter: In dem phantastischen Memoirenwerk des venezianischen Verführers zeigt sich ein frivoler Freigeist, der eine ganze Epoche ausdeutet und mit vielen Stimmen spricht. Auch bei Szentkuthy wird das Schreiben zum Ort des Rollenspiels. Unter der Maske oder in den vielerlei Verkleidungen im Gewand historischer Gestalten stilisiert der Autor sich selbst. Stets mit der nötigen Portion Ironie und Humor betreibt Szentkuthy einen munteren Assoziationskarneval, sein Possenspiel mit der Sprache und der Geschichte. 

Timea Tankó (geb. 1978 in Leipzig) verbrachte ihre Kindheit in Ungarn und Deutschland. Sie studierte in Leipzig Kulturwissenschaften und Übersetzung (Französisch, Spanisch). Seit 2003 übersetzt sie ungarische Literatur ins Deutsche, u. a. Antal Szerb, Krisztián Grecsó, Miklós Vajda, István Kemény und Andor Endre Gelléri. 2019 wurde sie für die Übersetzung des Romans »Löwenchor« von György Dragomán für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert. 

Eva Profousová (geb. 1963 in Prag) verließ 1983 die Tschechoslowakei. Seit etwa zwanzig Jahren übersetzt sie zeitgenössische tschechische Literatur ins Deutsche (u.a. Jáchym Topol, Jaroslav Rudiš, Kateřina Tučková). Für die Übertragung von Radka Denemarkovás »Ein herrlicher Flecken Erde« wurde sie gemeinsam mit der Autorin mit dem 1. Usedomer Literaturpreis (2011) und dem Georg Dehio-Buchpreis (2012) ausgezeichnet.

Die Übersetzung des Buches wurde gefördert vom Petőfi Literary Fund und dem Deutschen Übersetzerfonds.

Eine Veranstaltung der Weltlesebühne e.V. in Zusammenarbeit mit dem Collegium Hungaricum Berlin

Partner: Die Andere Bibliothek

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