Compagnie Forte: TOLDI

Programm:
18:00 – Gespräch mit Ferenc Takács über János Aranys Meisterwerk Toldi
19:30 – Toldi Vorstellung der Compagnie Forte

Das CHB gedenkt des 200-jährigen Geburtstags des ungarischen Dichters János Arany mit der Deutschland-Premiere seines Meisterwerks in Aufführung der international prämierten ungarischen Tanzcompagnie Forte. Bei der außergewöhnlichen Theaterproduktion erklingt das Epos in seiner gesamten Länge, wobei der archaisierende Originaltext mit der Formensprache des zeitgenössischen Tanzes und der Musik zu einer Einheit verschmelzen.

Die Produktion wird mit englischer Übertitelung präsentiert.

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Foto: Gábor Dusa
Das mehrfach mit Preisen ausgezeichnete Projekt Toldi der Compagnie Forte wird somit auch für das Berliner Publikum erfahrbar. Als innovatives Tanztheater wird das komplette Werk in Originalsprache zu hören sein, während die Bewegungen, die Musik und der Text jeweils einen organischen Teil des klassischen Stückes konstituieren. Das auf internationalem Gebiet bekannte Ensemble wird musikalisch von dem exzellenten, mit dem Franz-Liszt-Preis ausgezeichneten Komponisten Mihály Dresch begleitet.
Zuvor wird ein einleitendes Gespräch in englischer Sprache unter der Anleitung von Ferenc Takács stattfinden, welches das im Jahre 1846 entstandene Werk in einen zeitgenössischen und internationalen Kontext rückt.
„Der Toldi wird nicht bloß durch die Nutzung von Elementen des zeitgenössischen Tanztheaters auf eine konkrete Weise dargestellt, sondern durch eine expressive Choreographie und Mihály Dreschs wahnsinnige Musik in höhere Register erhoben.” Dorka Czenkli, Magyar Narancs
„Unsere Absicht war es, den Toldi von einer Staubschicht zu befreien, ihn in der Sprache des zeitgenössischen Theaters zu Wort kommen und ihn für das heutige Publikum aufleben zu lassen”, sagte der Regisseur, Choreograph und Leiter der Compagnie Forte Csaba Horváth in einem Interview. „Die eigentliche Herausforderung war, ein klassisches, altehrwürdiges Stück in eine heutige Theatersprache zu übersetzen.”
DarstellerInnen: Zsuzsa Gyöngy, Máté Hegymegi, Barnabás Horkay, Norbert Nagy / László Fehér, Márton Pallag, Krisztina Varga, Emőke Zsigmond
Musik: Mihály Dresch
Licht: Ferenc Payer
Produktionsleitung: Anna Kudron
Regie und Choreographie: Csaba Horváth
Dauer: 110 Minuten, keine Pause

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Foto: Gábor Dusa
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Foto: Gábor Dusa

Compagnie Forte

Forte wurde von dem Regisseur und Choreographen Csaba Horváth 2005 gegründet, welcher unter dem Einsatz von Schauspiel- und Tanzensembles, Sound, Tanz, Musik und Text mit der Entstehung einer neuen homogenen Formensprache experimentiert.
Das auf diese Weise neu definierte physische Theatergenre versucht somit auch auf eine unkonventionelle Art darüber zu reflektieren, wie Geschichten erzählt, Situationen beleuchtet, Inszenierungen geschaffen, Raum und Zeit dargestellt, und eine prägnant wirkende Dramaturgie angenähert werden.
Mit diesem Ansatz wurde dem Forte bereits ein enormer Erfolg zuteil, sowohl seitens der Theaterbranche, wie auch seitens des Publikums. 2008 wurde ihr Stück „Kalevala” beispielsweise in das Festivalprogramm der Union of the Theatres of Europe aufgenommen. Außerdem tourte Forte mit ihren Aufführungen bisher durch 15 Länder. 2017 kam eine Kooperation mit der Wilma Company in den Vereinigten Staaten, Philadelphia zustande, dort führt Csaba Horváth Regie bei der Produktion „Blood Wedding”. Neben weiteren Tournéen inner- und außerhalb von Ungarn wären an dieser Stelle einige feste Theater-Partner zu erwähnen, an denen die Zuschauer die Produktionen regelmäßig in Budapest sehen können: Das „Nationale Tanztheater, Thália Theater das Zentrum für zeitgenössische Kunst Trafo und das Szkéné Theater.
Csaba Horváth und der Forte wurden zahlreiche bedeutende Preise verliehen, so gewannen unter anderem ihre Stücke Concerto und Das 5. Streichquartett 2017 Preise für die besten Produktionen auf dem Theater-Festival in Szeged, wie auch den Hauptpreis auf dem XIX. Treffen für zeitgenössische Gesamtkunst. Für die Produktion Das 5. Streichquartett wurde Csaba Horváth mit dem Lábán-Rudolf-Preis für die beste Choreographie, Csaba Krisztik hingegen mit dem Kaszás-Attila-Preis für die herausragende schauspielerische Leistung ausgezeichnet.

Ferenc Takács

Kritiker, Übersetzer, Literaturhistoriker, Dozent der Fakultät für Anglistik an der ELTE, Präsident der ungarischen James-Joyce-Gesellschaft, u.a. Forscher, Kenner und Lehrender der Werke von James Joyce und T. S. Eliot

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