Mit:

János Brückner: THE HERITAGE
Viktória Dányi – Áron Porteleki: BIG BLONDE & JOHN (WHILE YOU ARE AT WORK)
Darko Dragičević – Martin Sonderkamp: SONIC EXTENSIONS
André Uerba: SMALL PIECES on love, money, anxiety, fear, solitude, celebration, death

 

Am Montag, den 4. Dezember um 19 Uhr präsentiert das Collegium Hungaricum Berlin (CHB) die 16. Ausgabe der Performance Serie Montag Modus. Uncertain Distances lautet der Titel der nächsten Veranstaltung mit Performances von André Uerba, Viktória Dányi und Áron Porteleki wie auch Darko Dragičević und Martin Sonderkamp sowie einer Video-Installation von János Brückner.


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Der Titel „Uncertain Distances“ (Ungewisse Entfernungen) spiegelt das gemeinsame Motiv der vorgestellten Arbeiten: das ungewisse und schwer definierbare Verhältnis zwischen dem Kunstschaffenden und dem künstlerischen Ich, die Verbindungen von persönlicher und gemeinsamer Erfahrung sowie die spezifische Beziehung zum Betrachter, die hinsichtlich jedes einzelnen Besuchers einzigartig ist. Alle performativen Situationen arbeiten mit dieser Ausgangslage und in jedem dieser Fälle hängt die endgültige Entfernung letztlich nicht nur vom Künstler, sondern auch von der Positionierung des Betrachters ab.

Montag Modus ist eine zweimonatige Serie, die die Grenzüberschreitung verschiedener künstlerischer Genres zum Ziel hat und dabei den Fokus auf die darstellende Kunst legt.
Kuratorin: Léna Szirmay-Kalos
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Viktória Dányi— Áron Porteleki: BIG BLONDE & JOHN (WHILE YOU ARE AT WORK)

Eine Tänzerin und ein Musiker, die einander - angetrieben von gegenseitigem Misstrauen - mustern, begegnen der Realität des jeweils anderen mit Fragen und Missverständnissen. Währenddessen schleicht sich in die gemeinsame Welt des Spiels, die sich heimlich und aus aufeinander bezogenen, assoziativen Gedanken aufgebaut, die Wirklichkeit ein. Die Künstler kreieren ihre Geschichten in der Gegenwart mal bezogen auf äußere Erscheinungen, mal indem sie sich gegenseitig nachahmen. Die Performance erforscht im Rahmen der freien Improvisation die formalen Möglichkeiten einer Weltreflexion ohne verbale Bekundungen sowie die sich ergebenden gemeinsamen Berührungspunkte und Verknüpfungen. Jeder Abend ist anders, jeder Auftritt ist einmalig.

Viktória Dányi und Áron Porteleki arbeiteten zuerst bei dem Stück SKIN ME zusammen. Seitdem haben sie mehrere ortsspezifische Performances entwickelt und sind unabhängig voneinander in verschiedenen Stücken aufgetreten. Die zeitgenössische Tänzerin und Choreografin Viktória Dányi lebt in Budapest. Sie entwickelte und spielte verschiedene preisgekrönte Stücke in Ungarn und ihre Arbeit wurde zweimal für das renommierte Dance-Festival Aerowaves Spring Forward ausgewählt. Ihre Interessensgebiete umfassen Tanz, physical Theatre (Bewegungsschauspiel), Kontaktimprovisation, ortsspezifische Performances und Lehre. Sie arbeitete u.a. mit Hiroaki Umeda, Jerome Bel, Máté Mészáros, Adrienn Hód, Eszter Gál, The Symptoms, Csaba Molnár, Eszter Kálmán, Klári Pataky, Krisztián Gergye, Vicky Shick und Eva Karczag zusammen. Áron Porteleki ist Musiker. Er wurde in der Tanzhaus-Bewegung groß, seine ersten musikalischen Erfahrungen sammelte er unter authentischen Musikern aus Siebenbürgen. Später studierte er Jazz und das Schlagzeug wurde zu seinem Hauptinstrument. Áron Porteleki ist in mehreren experimentellen und free Jazz- sowie zeitgenössischen Musical-Gruppen aktiv, u.a. Dorota, 12z, Czitrom-Porteleki Duo, Poros, Trio Porteleki-Tärn-Pärnoja (Est/Hu), Argo, Gnú und Akosh S. New Unit. Er spielte zahlreiche improvisierte Konzerte mit Größen wie Clayton Thomas, Hilary Jeffery, Akosh S., Mihály Dresch, István Grencsó, Vitor Rua und Andreas Backer.


Entwickelt und aufgeführt von Viktória Dányi und Áron Porteleki
Produktionsmanagerin: Anikó Rácz
Licht: Kata Dézsi
Dramaturgin: Anna Zsigó
Eine Produktion von SÍN PRODUCTION
Unterstützt durch: Ungarisches Ministerium für Humanressourcen, das Kulturprogramm der Europäischen Union, den Nationalen Kulturfond Ungarns, Open Latitudes3

 

Darko Dragičević – Martin Sonderkamp: SONIC EXTENSIONS

 

Sonic Extensions ist die Fortsetzung der performativen Arbeit von Dragičević und Sonderkamp mit dem Titel Approximations, in der die Künstler die Eigenschaften des Visuellen, Intuitiven und der Bewegung als choreographisches Material beleuchteten. Akustische Ausdehnung erkundet potentielle Beziehungen zwischen Körper, Ton, Raum und Bewegung und stellt spezifische Arten der Installation von aufgezeichnetem Text in verschiedenen räumlichen Situationen und performativen Settings vor, um die akustischen Eigenschaften des performativen Raumes zu verändern. Die Performance selbst entfaltet sich als eine audiovisuelle Installation innerhalb einer Bühnensituation. Die Performance-Künstler platzieren kontinuierlich Klangobjekte in fluktuierende räumliche Beziehung zum Publikum. Ihre Körper sind als Verteilungsapparate konzipiert und ihre Handlung wird durch zwei einfache Bewegungsaufgaben bestimmt: die Klangobjekte im Raum zu tragen und zu platzieren.

Sonic Extensions wurde in Zusammenarbeit mit dem Sound Designer Daniel Massey entwickelt.

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Foto: Roger Rossell

Darko Dragičević und Martin Sonderkamp arbeiten seit 2014 als Künstlerduo zusammen. Ihr gemeinsames Interesse liegt in der Erkundung der Fragen, wie Räume sich gegenüber Körpern entfalten und wie Körper ihre räumliche Umgebung beeinflussen. Aus ihrem künstlerischer Dialog entwickelte sich in eine gemeinsame Praxis zwischen Tanz, visueller Kunst und Choreographie, die sich in ihren Arbeiten manifestierte, wie beispielweise in der Performance Sonic Extensions (2017), Approximations (2015), Task 14 (2014), in den Videoarbeiten Architecture of Affect (2015) und Zone (2014) sowie in den Workshop Formaten Extensions, Ode to Mrs. Brown and Frames Everyday.

Konzept, Choreographie und Performance: Darko Dragičević, Martin Sonderkamp
Ton: Daniel Massey
Stimmen/Gesang: Jule Flierl, Siri Jøntvedt

André Uerba: SMALL PIECES on love, money, anxiety, fear, solitude, celebration, death

 

A small piece of something;
A part that has been cut, broken, or separated from something larger;
A small piece of a larger object that has broken, often into a lot of pieces;
A small amount;
A small amount of something;
A very small amount of a substance, especially when it is too small to see clearly or measure accurately;
A small amount of something that shows you what all of it is like;
A small amount of something that is offered so that you can experience it and decide whether you like it or not.
Quelle: Online-Enzyklopädie

 

Small Pieces (1. Entwurf) ist eine Sammlung von Performances-Installationen, die zeitgleich im selben Raum stattfinden, ein Teaser von noch nicht existierenden Arbeiten. Kleine Stücke ist das Alphabet meiner inneren Bilderwelt, eine manchmal fieberhafte Studie, die sich der Aktivierung des Körpers durch (beinahe) konkrete Handlungen widmet.

SMALL PIECES wird von 2017-2019 in drei Phasen entwickelt, 2019 findet die Premiere statt. Die Aufführung des 1. Entwurfs wird im Rahmen von SODA Works / Montag Modus präsentiert.
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Illustration: Camille Ulrich

 

André Uerba entwickelt Gruppen- und Solostücke im Schnittfeld von Performance und Visueller Kunst. Uerba lebt seit 2013 in Berlin und hat einen Masterabschluss in Kunst und studierte von 2013-2015 an der UdK/dem HZT in Berlin den Studiengang Solo/Dance/Authorship. Er arbeite u.a. mit Ana Borralho & João Galante, Alexandra Pirici, Carlota Lagido, Clement Layes, Felix Ruckert, Karnart, Rafael Alvarez, Sandra Man & Moritz Majce, Sílvia Pinto Coelho und Willi Dorner zusammen. 2011 nahm er an Encontros Rumo, einem Labor unter der Mentorschaft von Vera Mantero teil und 2013 erhielt er für die Entwicklung seines Werks Terrarium vom portugiesischen Nationalen Zentrum für Kultur (CNS) ein Stipendium für Junge Kreateure. Uerba nahm außerdem an Workshops und Meisterkursen von Cláudia Dias, Frédéric Gies, Meg Stuart, Miguel Moreira, Ming Wong, Vera Mantero, André Lepecki, Vladimir Miller und Erwin Wurm teil.
TeilnehmerInnen: Jozefien Beckers, Andrea Brandão, Pedro Carapeto, Bernardo Chatillon, Christopher Gliege, Camille Jemelen, Daniel Kupferberg, Olivia McGregor, Reza Mirabi, Sonia Noya, Anna Posch,Liselotte Singer, Michael Shapira, Paulina Szczęsna, André Uerba

János Brückner: THE HERITAGE

 

„Also, wenn Pieter Breugel die Alpen in seinen Landschafts- und Stadtbildern in unmittelbare Nachbarschaft zur Tiefebene setzen konnte, warum kann ich dann nicht dieselben Scheren benutzen, um jenes aus meinen Themen und Figuren herauszuschneiden, was mir gerade gelegen kommt? Und warum kann ich aus meinem Kopf nicht nur das herausschneiden, an das ich am intensivsten und gleichermaßen am liebsten denke? Und jetzt, wo ich das Problem gelöst habe, glaube ich törichterweise wieder, den Schlüssel zu bestimmten Ereignissen zu besitzen, und dass es nur und allein an mir liegt, sie niederzuschreiben.
Aus Bohumil Hrabals „Das Städtchen, in dem die Zeit stehen blieb.“

 

The Heritage ist eine Reise durch die Wohnungen und das hintere Treppenhaus des Collegium Hungaricum Berlin. Es ist gleichzeitig eine Reise durch drei persönliche Geschichten in diesen intimen, aber leeren Räumen. Diese drei Geschichten, in Form von drei Kurzfilmen in einer linearen Installation erzählt, sind intensiver Ausdruck einer biographischen Wahrheit, welche den Besucher seine eigene persönliche Realität erfahren lässt.
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János Brückner aus Ungarn lebt und arbeitet derzeit in Berlin. Nach seinem Masterstudium in Ungarischer Literatur und Sprachwissenschaft an der Eötvös Loránd Universität in Budapest sowie der Malerei an der ungarischen Akademie der Künste, nahm Brückner 2016 ein postgraduiertes Studium an der UdK in Berlin auf. Er partizipierte an zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen und gewann in den Jahren 2013, 2014 und 2015 das Derkovits-Stipendium der Schönen Künste. Brückner ist Mitglied des Budapester Studios Verein junger Künstler (A Fiatal Képzőművészek Stúdiója Egyesület, kurz: FKSE) sowie der Künstlervereinigungen ThatWasNotUs! Crew und X-MENZ IDIOTRONIC.

 

Montag Modus #16 wird in Kooperation mit dem SODA Works Festival veranstaltet.
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