Die Kindereisenbahn in Budapest ist eine ungewöhnliche Einrichtung, die aussschließlich von Kindern im Alter von 10-14 Jahren betrieben wird. Sie wurde 1948 eröffnet und eine Teilstrecke von über 11 Kilometer funktioniert bis zum heutigen Tage.

Sie ist ein Ort, an dem Kinder lernen, innerhalb einer Gemeinschaft Verantwortung für sich selbst und andere zu übernehmen. Und ausgerechnet dieses Überbleibsel aus der kommunistischen Zeit ist heute ein wichtiger Halt für eine Vielzahl von Kindern. Auch die Budapester Zwillinge Viktor und Karmen sowie Gergő sind ein Teil dieser Gemeinschaft. Sie bedienen altmodische Schalter, Hebel und Telefone, treten zum Fahnenappell an und führen akribisch Buch über die ankommenden und abfahrenden Züge. Für sie ist diese Eisenbahn wie ein Zufluchtsort, frei von den Alltagssorgen der Familie, ein sicheres Zuhause in einer Gemeinschaft. Doch dieser Film ist auch ein Film über das Erwachsenwerden. Er zeichnet ein sensibles Portrait der drei Protagonisten die schon früh Verantwortung auch für ihr familiäres Umfeld übernehmen müssen. In sehr ruhigen Bildern, stellt der Film die allzu schöne Eisbahnromantik den Alltagsproblemen zweier Familien im heutigen Ungarn gegenüber.

Der Film feierte seine Premiere auf dem 58. Internationalen Leipziger Filmfestival für Dokumentar- und Animationsfilm, wo er die Goldene Taube in der Sektion Next Masters gewann. Außerdem holte er sich im Zagreb auf dem größten Dokumentarfilm-Festival Ostmitteleuropas den Spezialpreis der Jury.

Train to Adulthood (Reményvasút/ Zug der Hoffnung, Ungarn, 2015)

Der Film wurde von HBO Europe, Éclipse Film Kft produziert.
Regie: Klára Trencsényi
Kamera: Márton Vízkelety, Klára Trencsényi
Musik: Andor Sperling
Produzent: Julianan Ugrin
Executive Produzent: Hanka Kastelicová
Sound: Rudolf Várhegyi
Editor: Judit Czakó

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